Linedance

Der heutige Line Dance entstand ursprünglich zu Swing, Pop und Rock.
Die echten Cowboys im „ Wilden Westen „ kannten eigentlich  nur

Wiener Walzer, Polka, Rheinländer, leichte Rundtänze und

Square Dance.
Dass  Line Dance heute so beliebt ist, liegt an den vielen Line Dance Clubs und deren Übungsleiter, die mit viele Liebe und Engagement die Country Line Dance Szene so populär gemacht haben.
Line Dance  tanzt man in einer Gruppe in Linienaufstellung
in Blockform.
Man braucht also keinen Partner , um Line Dance zu tanzen.
Getanzt wird  hauptsächlich zu  Countrymusik aber auch zu Rock, Pop, Swing, Latin, Walzer usw …
Choreographen verschiedener Länder erfinden  täglich neue Tänze.
Die Tänze haben „ Counts „  von 16  bis 64  und mehr.
Die Grundschritte wie Shuffle, Grapevine, Jazzbox, Kickball Change, Pivot  usw. findet man in den Tänzen immer wieder.
Line Dance  ist seit 2002 anerkannter Sport.

Er trainiert Körper und Geist.
Die Hauptsache aber ist der Spaß am Tanzen.

Aber Vorsicht: Macht süchtig !
Was allerdings auf Dauer nicht fehlen sollte sind  Jeans, Hemd, Hut und Cowboystiefel, denn die machen das Feeling komplett.

Zur Entstehung der Country Line Dances nachfolgend  ein Bericht von Siegfried Mersch,  der nicht die „ Ehe“ von Country und Line Dance abwerten soll. Countrymusic und Line Dance passen gut zueinander. Siegfried Mersch ist selbst Countryfan seit „ I Walk The Line“ (1956) und Gründungsmitglied der Hedgehogliners.
 
Ein Bericht zur Entstehung der Country Line Dances
von Siegfried Mersch
 
Viele glauben, Line Dance (Reihentanz) sei zu  Countrymusik entstanden. Das mag daran liegen, dass nach 1990 in Deutschland viele Line Dance Clubs in der Country-Szene entstanden.
 
In den Höhlen von Bhimbetka (Indien) ist das älteste Tanzbild, das wir kennen. Es ist über 4.000 Jahre alt. Es zeigt einen Line Dance.
 
Seit der Mensch tanzt, gab es Reihentänze. Lange Zeit gab es nur

Solo-, Reihen- und Kreistänze. Richtige Paartänze gibt es erst seit dem

19. Jahrhundert.

 

 

 

Nun zur jüngeren Geschichte.
 
1926  In den USA wurde am Ende einer Jazztanzveranstaltung in Reihen aufgestellt gemeinsam getanzt. Aus Steptanzschritten wurde die Choreographie des Shim Sham entwickelt. Diese Tradition wurde bis zum Ende der 30er aufrechterhalten.
 
1940  Conga  ist ein Tanz, der einer Polonaise sehr ähnelt. Er wurde durch einen Film ("Strike up the Band") bekannt. Aus ihm entwickelte sich später der Stroll, der in seiner Urform in den 40ern und 50ern  zu Swingmusik  getanzt wurde.  Beim Stroll stand man in Reihe hintereinander und tanzte die gleichen Schritte.
 
1952   verbreitete die amerikanische TV-Sendung "American Bandstand" wöchentlich die neuesten Reihentänze unter dem Namen "Line Dance".
Die Balbao Highschool aus San Francisco präsentierte  als  ersten Line Dance  den Bunny Hop. Es folgten der neue „Stroll" (Musik: C.C.Rider)
und der Hully Gully.
 
Bald wurde  in den Diskotheken häufig  in der „Line" getanzt.  In der Fernsehsendung „American Bandstand" und  in den Diskotheken der 50er entstand also das, was wir heute Line Dance nennen.
 
In Deutschland
wurde in den 60ern und 70ern gerne in der „Line" getanzt.
Es wurde ein Line Dance damals Partytanz genannt. Beliebte  Partytänze bei uns waren: Memphis, Hully Gully, Loco-motion, Slop, Madison und Sirtaki.
 
1964  Im Film „Zorbas, der Grieche" wurde ein Line Dance, der Sirtaki gezeigt.
 
1965  In England begann das Line Dance Fieber mit dem Memphis.
Der Letkiss wurde aus einem finnischen Volkstanz entwickelt und war für kurze Zeit auch bei uns ein Partyhit (Modetanz). 
 
1976  Einer der ältesten "modernen" Line Dances, der Electric Slide wurde von Ric Silver choreographiert zur Eröffnung der 'Vamps' Disco auf dem Broadway in New York.
 
1978  Der Film "Saturday Night Fever" löste eine neue (Line Dance) Tanzwelle aus. 
 
1980  kam der Film "Urban Cowboy" mit John Travolta   heraus. Nun begannen die Leute Partytänze  im Western Stil  -  als Cowboy verkleidet  -  zu tanzen. Die Medien stiegen darauf ein und förderten diesen Trend. Etwas später ebbte das Line Dance Fieber ab und „normale" Tänze waren wieder beliebt.
 
1992  Der Line Dance Boom begann  erneut, als für den Hit
 "Achy Breaky Heart" von Billy Ray Cyrus ein eigener Line Dance choreographiert wurde.  Im folgenden Jahr gelang dieser Kombination aus „Country-Pop"  und  „Disco-Cowboy"  der weltweite Durchbruch.  Von nun an gingen Line Dance und Country eine feste Verbindung ein. Ende der 90er begann die Abwendung von der Countrymusik.
Vor allem in Europa. Während in den USA immer noch sehr viel nach Countrymusik getanzt wird, wird in England fast nur noch nach Rock & Pop getanzt.  Allerdings ist die heutige Countrymusik oft kaum noch von Pop zu unterscheiden.
 
2002 wurde Line Dance in Deutschland offiziell als  Sportart anerkannt. 
 
Die frühen Line Dances oder Partytänze des 20. Jahrhunderts hatten recht einfache Schrittfolgen  (Ausnahme: Shim Sham mit mindestens 160 Schritten aus dem Step-tanz). Sie wurden nicht choreographiert, sondern entwickelten sich in den  Discotheken und in Schulen  der USA. Sie wurden in Schrittbildern (Zeichen für Schuhe und Bewegungspfeile) dokumentiert. Choreographien wie wir sie  heute  kennen (Tabellen), gab es erst sehr viel später. 
 
Es ist also nicht Tradition, wenn  „Cowboys und -girls" Line Dance zu Countrymusik tanzen. 
 
Es war ein  "Marketing Trick" aus Nashville, Countrymusik „jünger und poppiger" zu machen und mit den, schon aus Swing Zeiten bekannten, längst populären Line Dances zusammen zu bringen.  Daher kommt es auch, dass sich in den USA mehrere Line Dance Dachverbände gründeten, die sich zum Teil heftig bekämpften. Später geschah dies auch in Deutschland.